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Nachrichten der Botschaft
22 Juni 2009


Am 22.Juni d.J. fand in der Stadt Bad Ems, Bundesland Rheinland-Pfalz, die feierliche Eröffnung der Gedenktafel auf dem „Vier-Türme-Haus“ statt, wo der russische Kaiser Alexander II. Den Emser Erlass“ über die Massnahmen, die auf weitere und systematische Unterdrückung der ukrainischen Sprache und der Kultur im Ganzen gerichtet war, unterzeichnete.
An der Veranstaltung nahmen die Botschafterin der Ukraine in Deutschland Frau Nataliya Zarudna, die Mitarbeiter des Generalkonsulats der Ukraine in Frankfurt am Main, knapp 100 Mitglieder der ukrainischen Gemeinde praktisch aus allen Ecken Deutschlands sowie Vertreter der deutschen Öffentlichkeit teil.
Mit Begrüssungsworten traten der Bürgermeister der Verbandgemeinde Bad Ems Herr Josef Oster und Stadtbürgermeister der Stadt Bad Ems Herr Ottmar Canz auf, die die Bedeutung der Bewahrens des Andenkens über diezeitige Ereignisse für Besinnung der Wichtigkeit der Demokratie und der Veränderungen, die in Europa in den letzten Jahren stattfanden, als die Ukraine nicht nur die Unabhängigkeit erkämpfte, sondern auch sich auf den Kurs auf die Integration in die Europäische Union entschlossen legte, unterzeichnet haben.
 
 


Im Namen des Ukrainischen Staates eröffnete die Gedenktafel die Botschafterin Frau Nazaliya Zarudna, die die Worte der Dankbarkeit den Stadtbehörden für die Unterstützung der Initiative des Generalkonsulats der Ukraine in Frankfurt am Main  bezüglich der Erneuerung der auf diesem Haus im Jahre 1976 durch den Weltkogress der Freien Ukrainer angebrachten und im Jahre 2007 von unbekannten Tätern vernichteten Gedenktafel zum Ausdruck brachte.


 


Die Leiterin der ukrainischen Botschaft betonte, dass so, wie es der russische Kaiser machte, alle totalitäre Regimen tun, die danach streben, die unbesiegbaren Völker für jeden Preis zu unterordnen, und wenn diese den Widerstand leisten – sie zu bändigen, ohne die Mittel zu wählen.  So machte die kommunistische Sowjetunion, indem in den Jahren 1932-1933 den beispiellosen in der menschlichen Geschichte Holodomor in der Ukraine organisiert hat, auf dieselbe Weise wirkte das nazistische Deutschland, wegen dessen Schuld die Feuerwalze des Krieges durch die ganze Ukraine zweimal gerollt hat.
Nataliya Zarudna erzählte über die historischen Voraussetzungen, die den Ergeben des Emser Erlasses vorangingen, sowie über andere zielstrebige Handlungen zaristischen Russlands, um das nationale Selbstbewusstsein der Ukrainer und ihr Bestreben nach der Freiheit durch Einschränkung und Entwurzelung des Gebrauchs der ukrainischen Sprache zu unterdrücken.
Die Botschafterin der Ukraine dankte auch dem Deutschen Staat für die Unterstützung der europäischen Bestrebungen unseres Landes, das ein wichtiges Bestandteil des gemeineuropäischen demokratischen Raumes sowohl im geographischen, aus auch im wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Ausmass war und bleibt.
Die Tatsache der Anbringung der Gedenktafel zeugt von der Unvernichtbarkeit des ukrainischen Volkes, seiner viele Jahrtausende alten Kultur und seiner Sprache, die die Seele des Volkes ist. Die Botschafterin betonte insbesondere, dass das Russische Reich starb schon längst, und dass sich die Ukraine seit dem Jahr 1991 als ein selbständiger und unabhängiger Staat entwickelt, dessen staatliche Sprache, gemäss des Artikels 10 der Verfassung der Ukraine, die ukrainische Sprache ist. Es ist symbolisch, dass die Eröffnung der Tafel am Vorabend des Tages der Verfassung der Ukraine – des Staates, für dessen Wiedergeburt die menschlichen Leben in Millionenhöhe geopfert wurden, – stattgefunden hat.
Zum Zeugnis der schlagenden Aufmerksamkeit der ganzen ukrainischsprachigen Welt zum Ereigniss in Bad Ems das Begrüssungsschreiben des Weltkongresses der Ukrainer, das vom Präsidenten des WKU Herrn Yevhen Cholij und vom Generalsekretär des WKU Herrn Stefan Romaniv zugeschickt wurde und das im Laufe der Feierlichkeiten der Generalkonsul der Ukraine in Frankfurt am Main Herr Oleksandr Novos’olov vorgelesen hat.


 


Nach den ukrainischen Traditionen, vollzogen die Priester zweier ukrainischer in Deutschland vertretener Kirchen, Herr Anfir Ostapchuk (UAOK – Ukrainische Autokephale Ortodoxe Kirche) und Herr Roman Lirka (UGKK – Ukrainische griechisch-katholische Kirche) den Gottesdienst für die Ukraine und verwirklichten den Brauch der Einweihung der Gedenktafel. 

 


Als Krönung der Feierlichkeiten ertönte über Bad Ems die grosszügige geistliche Hymne der Ukraine „Gott, der grosse, der einzige, uns die Ukraine verberge!“ in gemeinsamen Erfüllen von allen Teilnehmern der Versammlung.

Generalkonsulat der Ukraine
in Frankfurt am Main


 
 

 

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